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  1. Arnis Residency 2019
    The King, the Garden City, the Chorus & the Captain
    31. August 2019
    Stadt Arnis, Germany
    (English Version coming soon...)

    The King, the Garden City, the Chorus & the Captain zeigt die Arbeiten von den diesjährigen Arnis Residency Künstler*innen. Über die letzten zwei Wochen haben sich diese auf unterschiedlichste Weise mit Arnis, der umliegenden Region, ihrer Geschichte, sowie ihren Leuten auseinandergesetzt. Entstanden sind dabei eine Performance, Installationen, Skulpturen, Künstlerbücher, eine Sound- Installation und ein Film. Die Kunstwerke sind an verschiedenen Stellen in Arnis zu sehen. Die erste geführte Tour started um 18:15 auf der Fähre und führt über die Wasserhalle von Eberhardts, entlang einer Schiffskabine am Strandweg, weiter zu einer Installation auf dem Werftgelände von Stefan Hüttermann zu einer Installation an der Offa-Quelle am Strand und schließlich an Installationen im Wald am Friedhof wieder zurück zur im-jaich Bootshalle.

    Cristina Moreno García & Laia Ventayol García

    Die gemeinsame Recherche der beiden Künstlerinnen (Spanien) basiert auf Begebenheiten und Geschichten, die sich zwischen Realität und Mythos bewegen. In ihren vorherigen Projekten bes- chäftigten sie sich so beispielsweise mit dem Leben und Tod von Kaspar Hauser und seinen übernatürlichen Fähigkeiten, den gal- vanischen Experimenten der romantischen Medizin und den univer- sellen magnetischen Flüssigkeiten, die Dr. Franz Anton Mesmer im 19. Jahrhundert durch seine Tätigkeit als Arzt und Heilpraktiker entdeckte und anwendete.

    Im Rahmen der Arnis Residency 2019 erweiterten sie ihre bisherigen Untersuchungen, indem sie der Sage von Offa, dem legendären König von Angeln, und der Heilkraft der Offa-Quelle nachforschten. In der Sage heißt es, dass der blinde, stumme und gelähmte Offa, Sohn des Königs Wermund, von allen Leiden geheilt wurde, nachdem er alle sieben Jahre in der Quelle an den Ufern der Schlei in Arnis badete. So gewann er einen schon als verloren geglaubten Zweikampf auf der Eiderinsel und bewahrte sein Land vor den feindlichen Nachbarn. Auch heute spielt in Arnis der Natur- tourismus und die Erholunge noch eine große Rolle.

    Richard Melkonian & Elodie Chiper

    Das Künstler-Duo (England & Romänien) arbeitet im Bereich der Komposition, Film-Produktion, Szenografie und der bildenden
    Kunst. Während ihrer Zeit in Arnis haben sie Workshops mit Stimm- Gesangs- und Theaterübungen angeboten. Das daraus entstanden 

    Tonmaterial diente zusammen mit Filmaufnahmen über Arnis und ihre Bewohner der Produktion eines künstlerischen Films. Dieser wird in der Wasserhalle von Eberhards, einem der Orte an dem die Workshops stattfanden, gezeigt. Ohne klar erkennbare Erzählstruktur entspringt der Film einem Interesse alt bekannte Formen der Dramaturgie zu hinterfragen. Indem Manipulation in den Mittelpunkt rückt, stellt sich hier die Frage, inwiefern überhaupt ein wahres Bild über das Medium Film oder auch nach so kurzer Zeit an einem Ort gezeichnet werden kann.

    Yuri Tuma

    In seinen Projekten beschäftigt sich der Künstler (Brasilien) mit Theorien von expressionistischen Architekten. Dabei inspirieren ihn insbesondere Vertreter der Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“, die von Bruno Taut ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe diskutierte Ideen zum Aufbau einer Gesellschaft, in der alle Menschen unter gleichen Bedingungen leben und von einem gemeinsamen Ziel inspiriert arbeiten würden. Sie identifizierte Glas als eines der Materialien, die dieser egalitären Gesellschaft entsprach. Zuletzt hat der Künstler sich so mit dem Buch “Garden Cities of Tomorrow” auseinandergesetzt. Ein Buch über Utopien und Vorschläge für eine Stadt in der die Grenze zwischen urbanem und ländlichen verschwimmt. Natur dient hier als Inspiration für eine Stadt, die sich den stetig im Wandel befindenden Bedingungen der heutigen Zeit anpasst.

    In Arnis hat der Künstler sich nicht nur von der Natur inspirieren lassen, sonder sich diese auch zu eigen gemacht. So produzierte der Künstler Bücher, dessen Seiten er nicht selbst bemalte oder beschrieb, sondern welcher er von Arnis, ihrer Schlei und dem Schlick, zeichnen ließ. Immer auf der Suche nach neuen Geräuschen formte Tuma aus den Klängen des Arnisser Alltags ein musikalisches Erlebnis. Die Sound-Installation spielt nicht nur die Klänge der Werft ab, sondern lässt diese auch aus einer Kabine erklingen, die in derselbigen demontiert wurde. In einem kleinen Waldstück befinden sich Skulpturen aus recyceltem Material verschiedener ansässiger Industrien wie dem Bootsbau, der Segelmacherei und den Werften. So möchte dieser nicht nur einer ständigen Neuproduktion und Verschwendung in Zeiten der Klimaerwärmung entgegen arbeiten, sondern bringt den Betrachter auch die Idee, Grenzen zwischen Architektur und Natur aufzulösen, näher.

    Herzlichen Dank für die großzügige Hilfe, ohne die dieses Projekt so nicht möglich gewesen wäre, an:

    Elisabeth Lübbert & Claus Lübbert für das Ferienhaus Lykkebo und der Hilfe an allen Enden; Dorte Jaich, Hans Jaich & Tina Steiner für die Bereitstellung der im-jaich Bootshalle; Henning Eberhardt für die Bereitstellung der Wasserhalle, den Materialien, dem Transport der Kabine und den Tageslicht-Beamer; Peter Eberhardt & Tina Campos für die Bereitstellung der Plattfomen, Strom und die Zusammenarbeit mit den Künstler*innen; Jan Brügge für die Materialien; Gisela Schütte & Kai Wimmer für die bereitwillige Hilfe beim Sägen, der Zeichnung und der Zusammenarbeit mit den Künstler*innen; Familie Belz & Nicky Hans für die Bereitstellung und Extrafahrt mit der Fähre; Brigitte Wollert für die Materialien für die Künstler*innen; Lotti Wiese für die Recherche, Gastfreundschaft und das wertvolle Wissen; Ellis & Küsterfischer Nord eG für die Fischerkisten, Stefan Kirchner vom Tier- und Gartencenter für die Materialien; Peter Kühn für die Anlage; Karin Borngräber & Nadja Jöhnk für die mehrfache Bereitstellung der Kirche und der Orgel, Rita Gäbler & Claudia Paulsen für die Hilfe beim auffinden von Teilnehmern für die Workshops; Ma José García Berlanga & Luis Planas für die Hilfe mit dem Wassersystemen, Karin Riede-Margies, Ines Margies, Tina Campos, Jane Adler, Heinz Lauenstein, Horst Lauenstein, Hendrik & Elke Horn, Maniana Kott, Tobi & Paul für die Teilnahme an den Workshops. Außerdem allen Arnissern für die Hilfe hier und da und dafür Arnis für zwei Wochen wieder zur Wohlfühl-Heimat werden zu lassen.

    Unser besonderer Dank gilt der Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg ohne deren finanzielle Unterstützung die Arnis Residency nicht hätte stattfinden können.